25 Dinge, die Entwickler niemals zugeben würden

25 Dinge, die Entwickler niemals zugeben würden (aber tun es wahrscheinlich doch)

In der glänzenden Welt der Softwareentwicklung, wo sterile Codezeilen auf komplexe Algorithmen treffen und digitale Architekturen wie phönixgleich aus den Bits und Bytes entstehen, gibt es ein unsichtbares Geflecht aus Gewohnheiten, kleinen Lügen und stillschweigenden Vereinbarungen, die den Alltag vieler Entwickler prägen. Wir reden nicht von böswilligen Absichten oder fundamentalen Mängeln im Fachwissen, sondern vielmehr von jenen menschlichen Eigenheiten und pragmatischen Kompromissen, die hinter den Kulissen passieren, wenn die Bildschirme dunkel sind und die Tastaturen ruhen. Diese kleinen Geheimnisse, oft mit einem Augenzwinkern geteilt, machen die menschliche Seite der Technologie greifbar und erinnern uns daran, dass auch die genialsten Köpfe hinter komplexen Systemen menschliche Bedürfnisse und Schwächen haben. In diesem Artikel lüften wir den Schleier über 25 solcher vermeintlichen „Geheimnisse“, die Entwickler vielleicht nicht immer freiwillig preisgeben würden, die aber dennoch einen faszinierenden Einblick in ihren Arbeitsalltag und ihre Denkweise gewähren. Von der heimlichen Liebe zu bestimmten Code-Schnipseln bis hin zu den kreativen Interpretationen von Projektanforderungen – diese Enthüllungen sind informativ, unterhaltsam und vielleicht sogar ein wenig tröstlich für alle, die selbst in der digitalen Welt tätig sind.

Der heimliche Umgang mit der Dokumentation

Die Dokumentation ist das Fundament jedes stabilen Projekts, das Rückgrat für zukünftige Wartung und das Rettungsboot für jeden neuen Teamkollegen. Dennoch wird sie von Entwicklern oft wie eine lästige Pflicht behandelt, die am liebsten bis zum letzten Moment aufgeschoben wird. Der Gedanke, jede Funktion, jede Klasse, jede API-Schnittstelle detailliert und präzise zu beschreiben, mag abschreckend wirken, besonders wenn der Druck zur Lieferung neuer Features hoch ist. Es ist verlockend, sich auf den nächsten Sprint zu konzentrieren und die Dokumentation als etwas zu betrachten, das später, wenn mehr Zeit ist, erledigt werden kann. Doch diese Haltung führt unweigerlich zu einer wachsenden Lücke zwischen dem tatsächlichen Code und seiner schriftlichen Beschreibung, was zu Missverständnissen, Ineffizienz und Frustration führen kann.

Der Tag, an dem die Dokumentation „fertig“ wird

Oft ist der Zeitpunkt, an dem die Dokumentation endlich erstellt wird, nicht der Moment, in dem der Code geschrieben wurde, sondern kurz bevor die finale Version ausgeliefert werden soll. Dies geschieht meist unter Zeitdruck, was dazu führt, dass die Dokumentation eher eine oberflächliche Beschreibung des Status quo ist als eine tiefgehende Erklärung der Designentscheidungen oder der zugrundeliegenden Logik. Es ist ein pragmatischer Ansatz, um die Projektanforderungen zu erfüllen, birgt aber die Gefahr, dass wichtige Details verloren gehen oder nicht korrekt erfasst werden. Eine frühzeitige und kontinuierliche Dokumentation wäre zwar deutlich vorteilhafter, aber die Realität des Entwicklungszyklus sieht oft anders aus.

Wenn „Ich habe es im Kopf“ die beste Erklärung ist

Es gibt einen Punkt, an dem die Komplexität eines Systems so hoch wird, dass die mentale Vorstellungskraft des Entwicklers die schriftliche Dokumentation zu übertreffen scheint. In solchen Fällen greifen Entwickler gerne auf die Aussage zurück, dass sie die Funktionsweise „im Kopf“ hätten. Das mag zwar für den Moment eine befriedigende Antwort sein, ist aber für andere Teammitglieder oder zukünftige Entwickler, die sich mit dem Code auseinandersetzen müssen, wenig hilfreich. Es unterstreicht die Notwendigkeit einer externen, verständlichen Dokumentation, die das Wissen nicht nur in einem einzelnen Gehirn speichert, sondern für alle zugänglich macht.

Die Kunst des „Reverse Engineering“ von bestehendem Code

Manchmal ist die beste Dokumentation der Code selbst – oder zumindest das, was von ihm übrig geblieben ist, nachdem er über Jahre hinweg von verschiedenen Händen bearbeitet wurde. Entwickler, die auf ein älteres Projekt stoßen, verbringen oft mehr Zeit damit, den bestehenden Code zu verstehen, als neue Dokumentation zu lesen, die möglicherweise veraltet ist. Dieser Prozess des „Reverse Engineering“ ist zwar eine wichtige Fähigkeit, zeugt aber auch von einem Mangel an konsistenter und aktueller Dokumentation. Es ist ein stilles Eingeständnis, dass das, was einmal als klare Anleitung gedacht war, zu einem Rätsel geworden ist, das durch den reinen Code entschlüsselt werden muss.

Die vergessene Kunst des „Kopieren und Einfügen“

Niemand gibt gerne zu, dass ein erheblicher Teil des eigenen Codes auf der kopierten und eingefügten Arbeit anderer basiert. Doch die Wahrheit ist, dass das Internet und seine unzähligen Ressourcen eine unschätzbare Quelle für Lösungen und Code-Schnipsel darstellen. Von Stack Overflow bis zu GitHub-Repositories – die Entwicklergemeinschaft teilt fleißig Wissen, und es wäre geradezu unproduktiv, nicht davon zu profitieren. Die Kunst liegt darin, diesen Code nicht blind zu übernehmen, sondern ihn zu verstehen, anzupassen und korrekt zu integrieren.

Stack Overflow als inoffizielle Entwicklerbibliothek

Es ist kein Geheimnis, dass viele Entwickler ihre täglichen Probleme auf Plattformen wie Stack Overflow lösen. Die Antworten und Codebeispiele dort sind oft die schnellste und effektivste Methode, um eine bestimmte Herausforderung zu überwinden. Der heimliche Trick besteht darin, nicht nur die Lösung zu kopieren, sondern auch die zugrundeliegende Logik zu verstehen und den Code an die spezifischen Anforderungen des eigenen Projekts anzupassen. Eine reine Kopie ohne Verständnis kann zu subtilen Fehlern führen, die später nur schwer zu finden sind.

Das „Refactoring“ von fremdem Code

Wenn Code von anderen Quellen übernommen wird, ist es oft notwendig, ihn zu „refaktorieren“, um ihn an den Stil und die Architektur des eigenen Projekts anzupassen. Das bedeutet, Variablen umzubenennen, Funktionen zu modularisieren oder die Fehlerbehandlung zu verbessern. Dieser Prozess des Umformens ist essenziell, um sicherzustellen, dass der übernommene Code nahtlos in das bestehende System passt und gut lesbar bleibt. Es ist eine Anerkennung, dass man fremdes Wissen integriert, aber es zu eigenem macht.

Kreative Interpretationen von Lizenzbedingungen

Die Lizenzbedingungen von Open-Source-Code sind ein wichtiger Aspekt, der beim Kopieren und Einfügen beachtet werden muss. Entwickler, die unter Zeitdruck stehen oder mit komplexen Lizenzmodellen konfrontiert sind, neigen manchmal dazu, diese Bestimmungen eher locker zu interpretieren. Es ist wichtig zu betonen, dass dies rechtliche und ethische Konsequenzen haben kann. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, die Lizenzanforderungen zu verstehen und korrekt zu befolgen, was oft mehr Zeit und Recherche erfordert, als zunächst angenommen.

Die unsichtbare Schlacht gegen Bugs

Jeder Entwickler kämpft täglich gegen Bugs. Das ist ein unaufhörlicher Kampf, der oft im Verborgenen stattfindet. Die Vorstellung, dass Software fehlerfrei ist, ist eine Illusion, die von der Öffentlichkeit aufrechterhalten wird, aber hinter den Kulissen ist das Debugging ein zentraler und oft zeitaufwendiger Bestandteil des Entwicklungsprozesses.

Der „Es ist kein Bug, es ist ein Feature“-Mythos

Diese Phrase ist ein Klassiker in der Entwicklergemeinde und wird oft als humorvoller, aber auch manchmal frustrierter Kommentar verwendet, wenn ein unerwartetes Verhalten des Systems auftritt. Anstatt einen Fehler zuzugeben, wird die unerwünschte Funktionalität kurzerhand zu einer beabsichtigten Eigenschaft erklärt. Dies ist zwar oft nur eine humorvolle Ablenkung, kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die Ursache des Problems schwer zu finden ist oder die Behebung mehr Aufwand erfordern würde, als es der Projektplan erlaubt.

Die Kunst des Debuggings als Detektivarbeit

Das Debugging ist oft wie eine Detektivarbeit, bei der man die Spuren eines Fehlers verfolgen muss, der sich irgendwo im komplexen System versteckt. Entwickler nutzen verschiedene Werkzeuge und Techniken, um die Ursache zu finden, von einfachen `print`-Anweisungen bis hin zu hochentwickelten Debuggern. Es ist ein Prozess des Ausschlussverfahrens, der Geduld und analytisches Denken erfordert. Die eigentliche Befriedigung liegt oft darin, einen hartnäckigen Bug endlich gefunden und behoben zu haben.

Die stillschweigende Akzeptanz von „Known Issues“

In größeren Projekten gibt es oft eine Liste von „bekannten Problemen“, die zwar nicht behoben werden können oder sollen, aber dem Team bewusst sind. Diese Probleme werden in der Regel nicht aktiv kommuniziert, sondern stillschweigend akzeptiert. Die Begründung dafür kann vielfältig sein: zu hoher Aufwand für die Behebung, keine Priorität im aktuellen Sprint oder das Risiko, dass die Behebung neue Probleme einführt. Dies unterstreicht, dass Softwareentwicklung oft ein Spiel der Kompromisse ist, bei dem nicht jeder Makel beseitigt werden kann.

Der geheime Wunsch nach „perfektem“ Code

Tief im Inneren jedes Entwicklers schlummert der Wunsch nach makellosem, elegantem und hocheffizientem Code. Doch die Realität des Projektmanagements, von knappen Fristen und sich ändernden Anforderungen, zwingt oft zu Kompromissen, die diesen Idealzustand verhindern.

Die Liebe zu „cleverem“ Code

Manchmal schreiben Entwickler Code, der zwar funktional ist, aber auch besonders „clever“ oder raffiniert erscheint. Das mag eine beeindruckende Leistung sein, kann aber für andere Entwickler, die den Code später lesen müssen, schwer verständlich sein. Der heimliche Stolz auf solch einen Code wird oft von der stillen Erkenntnis begleitet, dass er möglicherweise nicht die beste Wahl für die langfristige Wartbarkeit ist. Ein guter Entwickler lernt, zwischen cleverem Code und gut lesbarem, wartbarem Code zu unterscheiden.

Das „Refactoring“ als ewige Aufgabe

Fast jeder Entwickler träumt davon, den Code eines Projekts von Grund auf neu zu schreiben, um ihn perfekt zu machen. Da dies in der Praxis selten möglich ist, wird das „Refactoring“ – das schrittweise Verbessern des bestehenden Codes – zu einer ewigen Aufgabe. Es ist ein ständiger Kampf, die Qualität zu verbessern, ohne neue Fehler einzuführen. Dieser Wunsch nach Perfektion ist eine treibende Kraft, die zu kontinuierlicher Verbesserung anspornt, auch wenn das Ziel nie vollständig erreicht wird.

Die Unsicherheit über „Best Practices“

Die Welt der Softwareentwicklung ist ständig im Wandel, und mit ihr ändern sich auch die „Best Practices“. Entwickler sind oft unsicher, welche Methoden und Ansätze derzeit als am besten gelten. Sie verbringen viel Zeit damit, sich über neue Technologien und Programmierparadigmen zu informieren, nur um festzustellen, dass sich die Landschaft schnell wieder verändert hat. Diese Unsicherheit führt manchmal dazu, dass sie bei bewährten, aber vielleicht nicht mehr ganz aktuellen Methoden bleiben, aus Angst, mit neuen, ungetesteten Ansätzen Fehler zu machen.

Die Komplexität von Projektmanagement und Zeitdruck

Die größte Kluft zwischen Ideal und Realität in der Softwareentwicklung liegt oft im Projektmanagement und dem allgegenwärtigen Zeitdruck. Entwickler sind oft die Leidtragenden, wenn unrealistische Fristen gesetzt werden oder die Anforderungen sich ständig ändern, ohne dass dies angemessen im Zeitplan berücksichtigt wird.

Das „Schätzen ist schätzen“ Prinzip

Die Schätzung des Zeitaufwands für eine Aufgabe ist eine der schwierigsten Disziplinen in der Softwareentwicklung. Entwickler neigen dazu, diese Schätzungen eher als Richtwerte denn als feste Zusagen zu betrachten. Die Aussage „Das dauert ungefähr eine Woche“ kann in der Realität alles von drei Tagen bis zu drei Wochen bedeuten. Diese Flexibilität ist notwendig, da unvorhergesehene Probleme auftreten können, aber sie führt auch zu Missverständnissen mit denjenigen, die eine genaue Zeitplanung erwarten.

Die Kunst des „Minimal Viable Product“ (MVP)

Wenn die Zeit knapp ist, ist die Strategie oft, ein „Minimal Viable Product“ (MVP) zu liefern. Das bedeutet, die absolut notwendigen Funktionen zu implementieren, um das Produkt überhaupt nutzbar zu machen, und die restlichen Features für spätere Versionen aufzusparen. Dies ist ein pragmatischer Ansatz, um schnell Ergebnisse zu erzielen, birgt aber die Gefahr, dass die Erwartungen der Stakeholder nicht ganz erfüllt werden oder dass wichtige, aber nicht unbedingt kritische Funktionen fehlen.

Die „Feature Creep“ und ihre Tücken

Ein häufiges Phänomen in Projekten ist der sogenannte „Feature Creep“, bei dem im Laufe der Entwicklung immer wieder neue Funktionen hinzugefügt werden, die ursprünglich nicht geplant waren. Entwickler sind oft gut darin, neue Ideen zu implementieren, aber sie kämpfen auch damit, diese neuen Anforderungen in den bestehenden Zeitplan zu integrieren. Die stillschweigende Erkenntnis ist, dass der ursprüngliche Plan selten eingehalten werden kann, wenn der „Feature Creep“ ungebremst fortschreitet.

Die unterschätzte Bedeutung von menschlicher Interaktion

Obwohl die Arbeit eines Entwicklers oft als isoliert betrachtet wird, sind menschliche Interaktion, Kommunikation und Teamarbeit entscheidend für den Erfolg. Doch die Art und Weise, wie diese Interaktionen stattfinden, ist oft von subtilen Dynamiken geprägt.

Der „Ich habe es doch gesagt“-Moment

Wenn ein Problem auftritt, das ein Entwickler vorhergesehen hat, ist der heimliche Gedanke oft: „Ich habe es doch gesagt“. Dieses Gefühl kann befriedigend sein, aber auch zu einer negativen Grundeinstellung führen, wenn es nicht konstruktiv kommuniziert wird. Die Kunst besteht darin, solche Situationen zu nutzen, um zukünftige Probleme zu vermeiden und das Team zu stärken, anstatt aufzuzählen, wer Recht hatte.

Die Macht der stillen Übereinkunft im Team

In gut funktionierenden Teams gibt es oft eine Reihe von stillschweigenden Übereinkünften, wie bestimmte Aufgaben angegangen werden oder wie Entscheidungen getroffen werden. Diese informellen Regeln sind nicht in offiziellen Dokumenten festgehalten, aber sie sind entscheidend für die Effizienz des Teams. Entwickler verlassen sich oft auf diese ungeschriebenen Gesetze, um die Zusammenarbeit zu erleichtern und Reibungsverluste zu minimieren.

Die Kunst des „politischen“ Programmierens

Manchmal ist es notwendig, nicht nur den Code, sondern auch die „Politik“ des Büros zu verstehen. Das bedeutet, zu wissen, wer die wichtigsten Entscheidungsträger sind, wie man effektiv mit anderen Abteilungen kommuniziert und wie man die eigenen Ideen am besten präsentiert. Entwickler, die diese Fähigkeiten beherrschen, können ihre Projekte erfolgreicher voranbringen, auch wenn sie sich nicht immer als „politische“ Akteure sehen.

Der Abschluss: Mehr als nur Code

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Welt der Softwareentwicklung weit mehr ist als nur das Schreiben von Code. Es ist ein komplexes Zusammenspiel aus technischem Können, menschlichen Eigenheiten, Pragmatismus und ständiger Anpassung. Die aufgeführten 25 Dinge sind keine Schwächen, sondern vielmehr Realitäten, die den Beruf des Entwicklers ausmachen. Sie erinnern uns daran, dass hinter jedem Algorithmus, jeder App und jeder Website Menschen mit ihren eigenen Herausforderungen, Gewohnheiten und auch kleinen Geheimnissen stehen.

Diese Einblicke sollen nicht dazu dienen, Entwickler bloßzustellen, sondern vielmehr ein tieferes Verständnis für die Nuancen ihres Berufsfeldes zu schaffen. Sie zeigen, dass die Entwicklung von Software ein dynamischer und oft improvisierter Prozess ist, der ständige Problemlösung und Kreativität erfordert. Für angehende Entwickler bieten diese Erkenntnisse wertvolle Lektionen darüber, was sie in ihrem Berufsleben erwarten können, und für erfahrene Kollegen mögen sie als humorvolle Bestätigung ihrer eigenen Erfahrungen dienen. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, und mit ihr die Art und Weise, wie wir Software erstellen. Doch eines bleibt bestehen: die menschliche Komponente, die diesen Prozess erst lebendig macht. Die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, sich anzupassen und manchmal auch über die eigenen kleinen Gewohnheiten zu schmunzeln, ist das, was einen großartigen Entwickler ausmacht.

Autorin

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